“Mountain-Goat” Mitch for Adventure Rauris

Das Wort Abenteuer/adventure findet seinen Ursprung im lateinischen advenire und bedeutet ankommen. Nach einem richtigen, wirklichen Abenteuer bei sich ankommen, sich trotz geröteter Wangen, zerzaustem Haar, durchnässter Kleidung und schmerzender Muskeln so unfassbar wohl und zufrieden fühlen, absolut im Reinen sein, mit sich und der Welt.

Es sind die Berge, welche immer öfter den Menschen – so auch mir – dieses wunderbare Gefühl vermitteln. Hier oben bin ich frei. Frei in meinem Tun sowie in meinen Gedanken. Hier oben verschaffe ich mir den nötigen Überblick und treffe Entscheidungen. Hier oben fühle ich mich sicher und bin ganz ich. So auch an diesem wunderschönen Juli-Tag, während der hochalpinen und abwechslungsreichen Bergtour auf das Schareck (3123m) – ein vergletscherter Grenzberg zwischen Salzburg und Kärnten.

Ich starte am Ende des Raurisertales (https://www.raurisertal.at), am Parkplatz Lenzanger (Lenzer Anger 1551m), welcher per Auto oder Postbus über die Mautstraße Kolm Saigurn  erreicht wird. Nach der Durchquerung des ursprünglich belassenen Rauriser Urwaldes  geht es über wunderschönes Almgebiet aufwärts zum auf 2441m Seehöhe gelegenen Niedersachsenhaus. Wichtig vorweg, ab hier ist Schwindelfreiheit ein MUSS, denn man befindet sich auf dem Grenzgrat zwischen zwei Salzburger Tälern, dem Rauriser- und dem Gasteinertal, und wird diesen auch nicht mehr verlassen. Ich lasse den Blick schweifen und bin wie so oft überwältigt von der Schönheit der ringsum liegenden, schneebedeckten 3000ern – Ritterkopf (3006m), Hocharn (3254m), Hoher Sonnblick (3106m) und vor mir hoch aufragend natürlich mein aktuelles Ziel, das Schareck. Weiter steige ich auf dem heute etwas zugigen Grat und gelange über leichte, teilweise versicherte Passagen und Gesteinsformationen über den Neunerkogel (2827m) zur Herzog-Ernst-Scharte (2933m). Der Blick auf das Skigebiet des Mölltaler Gletschers (https://www.gletscher.co.at) tut sich vor mir auf. Die Fraganter-Scharte (2754m), über die ich absteigen werde, liegt westlich unterhalb von mir. Die letzte Phase des Aufstieges ist neben dem fulminanten Ausblick geprägt von abwechslungsreicher Steigerei über aufschwingende Felsen und Platten. Und dann taucht es plötzlich aus dem Nebel auf, das Gipfelkreuz, groß, mächtig und trotz Hochsommer mit Anhang behaftet. Kalt ist es, auch windig und die Sicht ist teilweise eingeschränkt. Trotzdem überkommt mich dieses Hochgefühl des Gipfelglücks. Das Verweilen ist ein kurzes. Konzentriert überwinde ich den Abstieg retour zur Herzog-Ernst-Scharte und verlasse den Grat in Richtung Fraganter-Scharte von wo ich dem gut markierten Weg über den Neubau (2176m) bis nach Kolm Saigurn, dem Talschluss des Raurisertales, folge. 

Another day in paradise. 

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